Wikipedia hat sich einen Namen gemacht, ist manchmal ganz brauchbar, steckt aber auch voller Fehler und wird vor allem ungemein überhöht als demokratisches „Werk der Massen“. Die ja angeblich nie irren können. Die Neue Zürcher Zeitung vom 13. Februar 2010 hat einen lesenswerten Beitrag des Wissenschaftlers Caspar Hirschi veröffentlicht, der einige Dinge um die Fama von Wikipedia und von unabhängigen Lexika wieder zurechtrückt. Ein kleiner Auszug:
„Im Streit um Wikipedia werden Befürworter wie Gegner von der falschen Überzeugung geleitet, es sei hier etwas Präzedenzloses im Gang. Ihre Argumente wären um einige Verzerrungen ärmer und einige Einsichten reicher, würde die Angelegenheit als das gesehen, was sie ist: die Neuauflage eines alten Machtkampfes, in dem institutionell geadelte und titellose Gelehrte um die Hoheit der enzyklopädischen Wissenspopularisierung streiten. Die Anfänge dieses Streites liegen in der frühen Aufklärung. Richtig lanciert wurde er vom Wörterbuch der Académie française, das 1694 erschien und fortan den institutionellen Fels bildete, um den die aufklärerischen Enzyklopädien immer höhere Wellen schlugen.“
Der Beitrag ist komplett auf der Webseite der NZZ nachzulesen.
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